Academy-Einführungspreis 149 € nur bis 30.09.!
Schmerzen beim Sex als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Intimgesundheit

Schmerzen beim Sex (Dyspareunie) in den Wechseljahren
Warum Intimität schmerzen kann und was wirklich hilft

Wenn Sex plötzlich brennt, zwickt oder wehtut, ziehen sich viele Frauen still zurück, oft aus Scham und in dem Glauben, das gehöre eben dazu. Das stimmt nicht. Schmerzen beim Sex sind in den Wechseljahren häufig, sie haben klare körperliche Ursachen und sie sind sehr gut behandelbar. Was dahintersteckt und was du heute schon dagegen tun kannst, liest du auf dieser Seite.

SA
Dr. Saskia Appelhoff · Gründerin von MeNotPause
· Aktualisiert September 2026· 6 Minuten Lesezeit·

Zusammenfassung

Schmerzen beim Sex gehören zu den häufigsten, aber am stärksten verschwiegenen Beschwerden der Wechseljahre. Der Fachbegriff dafür ist Dyspareunie. Die wichtigste Botschaft zuerst: Du musst diese Schmerzen nicht hinnehmen, und sie sind kein Zeichen dafür, dass etwas mit dir nicht stimmt. Meist steckt eine nachvollziehbare körperliche Ursache dahinter, an der man gut ansetzen kann.

Auf einen Blick

Was ist es?
Dyspareunie, also Schmerzen vor, während oder nach dem Geschlechtsverkehr
Häufigste Ursache
Östrogenmangel mit dünner werdender Schleimhaut, aber selten die einzige
Abklären bei
Blutungen nach dem Sex, starkem Brennen, Juckreiz oder Hautveränderungen
Wichtig zu wissen
Sehr häufig und sehr gut behandelbar, nichts, wofür du dich schämen musst

Was ist Dyspareunie, also Schmerzen beim Sex?

Dyspareunie bezeichnet Schmerzen, die vor, während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Sie können am Scheideneingang brennen, tief im Becken ziehen oder sich als Wundgefühl bemerkbar machen, das noch Stunden anhält. Jede Frau erlebt das anders.

In den Wechseljahren nehmen diese Beschwerden oft zu, weil der sinkende Östrogenspiegel das empfindliche Gewebe im Intimbereich verändert. Wichtig: Schmerzen beim Sex sind ein körperliches Symptom, kein Beziehungsproblem und kein Zeichen mangelnder Lust.

Wenn Sex wehtut, sinkt verständlicherweise auch das Verlangen. Wer Schmerzen erwartet, kann sich schlechter fallen lassen. Mehr dazu, wie Schmerz und Lust zusammenhängen, liest du bei Libidoverlust in den Wechseljahren.

Die häufigsten Ursachen für Schmerzen beim Sex

Schmerzen beim Sex sind selten auf eine einzige Sache zurückzuführen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Das ist eine gute Nachricht, weil es bedeutet, dass man an mehreren Stellen ansetzen kann.

  • Dünner werdende Schleimhaut (vulvovaginale Atrophie): Mit sinkendem Östrogen wird das Gewebe von Scheide und Vulva dünner, empfindlicher und weniger elastisch. Das ist Teil des Genitourinary Syndrome of Menopause (GSM).
  • Weniger natürliche Lubrikation: Erregung und Befeuchtung brauchen in den Wechseljahren oft mehr Zeit, was Reibung und Schmerzen begünstigt.
  • Verspannter Beckenboden: Aus Angst vor Schmerz spannt sich die Beckenbodenmuskulatur unwillkürlich an und kann dadurch selbst zur Schmerzursache werden.
  • Hautveränderungen: Reizungen, Infektionen oder Hauterkrankungen im Intimbereich können ebenfalls Schmerzen auslösen und gehören ärztlich abgeklärt.

Mehr als nur Scheidentrockenheit

Schmerzen beim Sex werden oft vorschnell mit Scheidentrockenheit gleichgesetzt. Trockenheit ist tatsächlich die häufigste Ursache, aber eben nicht die einzige. Wer nur an Trockenheit denkt und nichts hilft, übersieht leicht andere Faktoren wie einen verspannten Beckenboden, fehlende Erregung oder Hautveränderungen.

Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wenn Gleitmittel und Befeuchtungsmittel allein nicht ausreichen, steckt häufig mehr dahinter, und genau dann hilft eine gezielte Abklärung weiter.

Scheidentrockenheit ist ein eigenes, sehr häufiges Thema mit klaren Behandlungsoptionen. Mehr zu Scheidentrockenheit und dem Genitourinary Syndrome of Menopause (GSM) liest du auf der eigenen Seite dazu.

Dr. med. Arndt Runge, Frauenarzt & Wechseljahresexperte
Interview
„Es muss nicht so sein, dass sie ihre Sexualität aufgeben."
Dr. med. Arndt Runge, Frauenarzt & Wechseljahresexperte · Vaginale Atrophie & Intimgesundheit
Zum Interview →
Grafik zum Teilen ↓

Was wirklich gegen Schmerzen beim Sex hilft

Je nach Ursache gibt es verschiedene wirksame Ansätze, die sich gut kombinieren lassen. Einen Teil davon kannst du selbst beginnen, anderes besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

  • ✓
    Gleitmittel und Befeuchtungsmittel – Wasserbasierte Gleitmittel lindern Schmerzen sofort. Vaginale Befeuchtungsmittel, regelmäßig angewendet, verbessern den Grundzustand der Schleimhaut. Ohne Scham nutzen, sie gehören zu einem gesunden Sexualleben.
  • ✓
    Mehr Zeit für Erregung – In den Wechseljahren braucht der Körper oft länger, um in Erregung und Befeuchtung zu kommen. Mehr Zeit, Ruhe und Vorspiel reduzieren Reibung und Schmerz.
  • ✓
    Beckenboden-Physiotherapie – Eine spezialisierte Physiotherapie kann einen verspannten Beckenboden lösen und so Schmerzen lindern. Sie hilft auch, den Kreislauf aus Schmerz und Anspannung zu durchbrechen.
  • ✓
    Lokales Östrogen – Es wirkt direkt auf die Schleimhaut und kann sie langfristig wieder aufbauen. Eine Option, die viele Frauen gut vertragen. Ob und in welcher Form sie für dich passt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • ✓
    Ursachen abklären lassen – Wenn nichts hilft oder Beschwerden wie Blutungen, Brennen oder Hautveränderungen dazukommen, ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um andere Ursachen auszuschließen.
Dr. med. Lisa-Maria Wallwiener, Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe, Sexualmedizin
Interview
„Wenn der Körper gelernt hat: Sex tut weh, reagiert er verständlicherweise nicht mit Vorfreude. Dann müssen wir zuerst die körperliche Ursache ernst nehmen und behandeln, statt nur über „fehlende Lust“ zu sprechen."
Dr. med. Lisa-Maria Wallwiener, Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe, Sexualmedizin · Sexualmedizin & Wechseljahre
Zum Interview →

Hormontherapie (HRT) bei Schmerzen beim Sex

Wenn die Schmerzen vor allem durch den Östrogenmangel und das Dünnerwerden der Schleimhaut entstehen, kann eine Hormontherapie spürbar helfen. Lokales (vaginales) Östrogen wirkt direkt dort, wo die Beschwerden sitzen, und baut das Gewebe nach und nach wieder auf. Es gilt als gut verträglich, weil die Aufnahme in den Blutkreislauf gering ist.

Auch eine systemische Hormontherapie kann Schmerzen beim Sex als Teil des Gesamtbilds lindern. Welche Form sinnvoll ist und ob sich lokale und systemische Optionen kombinieren lassen, hängt von deinem Beschwerdebild und deiner Vorgeschichte ab. Eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung in Wechseljahresmedizin findet mit dir die passende Lösung.

Dein nächster Schritt: die MeNotPause Academy

Fundiertes Wissen von Expert:innen, in einen Plan gebracht. Sofortiger Zugang, in deinem Tempo.

Nur dieses Thema? Masterclass Hormonersatztherapie, . Der Kaufpreis wird 60 Tage lang auf die Academy angerechnet.

Alle Symptome auf einen Blick
Viele Beschwerden der Wechseljahre werden nicht als solche erkannt. Unsere Symptomliste zeigt 43 mögliche Anzeichen in 10 Kategorien, zum Abhaken vor dem nächsten Arzttermin. Kostenlos über unseren Newsletter.
Symptomliste kostenlos erhalten →

Häufig gestellte Fragen

Zum Teilen

Das Interview-Zitat von dieser Seite als Grafik, frei nutzbar mit Quellenangabe.

Zitat-Grafik: Dr. med. Arndt Runge im MeNotPause-Interview darüber, dass Frauen ihre Sexualität in den Wechseljahren nicht aufgeben müssen.

Quellen & Studien

  1. 1.Vaginal estrogen for genitourinary syndrome of menopause: a systematic review – Rahn DD et al.. Obstetrics & Gynecology, 2014
  2. 2.Vulvovaginal atrophy – Mac Bride MB, Rhodes DJ, Shuster LT. Mayo Clinic Proceedings, 2010
  3. 3.The urogenital system and the menopause – Calleja-Agius J, Brincat MP. Climacteric, 2015
  4. 4.Prevalence of depression and anxiety in women newly diagnosed with vulvovaginal atrophy and dyspareunia – Moyneur E et al.. Menopause, 2020