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Scheidentrockenheit als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Intimgesundheit

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren
Ursachen, GSM & was wirklich hilft

Brennen, Jucken, Trockenheitsgefühl im Intimbereich oder Schmerzen beim Sex: Scheidentrockenheit gehört zu den häufigsten Wechseljahressymptomen. Anders als Hitzewallungen bessert sie sich ohne Behandlung oft nicht von allein. Die gute Nachricht: Sie ist sehr gut behandelbar.

SA
Dr. Saskia Appelhoff
· Aktualisiert Juni 2026· 6 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Brennen, Jucken, Trockenheitsgefühl im Intimbereich oder Schmerzen beim Sex: Scheidentrockenheit gehört zu den häufigsten Wechseljahressymptomen. Anders als Hitzewallungen bessert sie sich ohne Behandlung oft nicht von allein. Die gute Nachricht: Sie ist sehr gut behandelbar.

Warum entsteht Scheidentrockenheit?

Östrogen hält die Schleimhäute von Scheide, Vulva und Harnröhre feucht, elastisch und gut durchblutet. Mit sinkendem Östrogen verändern sich diese Gewebe spürbar:

  • Die Schleimhaut wird dünner (Atrophie)
  • Das saure Milieu, das die Scheide natürlich schützt, verschiebt sich. Dadurch wird die natürliche Abwehr empfindlicher
  • Die Durchblutung sinkt und damit auch die natürliche Lubrikation
  • Vulvagewebe verliert Elastizität

Wichtig: Anders als Hitzewallungen, die bei vielen Frauen nach einigen Jahren nachlassen, verschlimmert sich Scheidentrockenheit ohne Behandlung oft im Lauf der Zeit.

Scheidentrockenheit und Libidoverlust hängen häufig zusammen. Schmerzen beim Sex senken das Verlangen. Wenn beides zutrifft, lohnt ein Blick auf: Libidoverlust in den Wechseljahren.

Das Genitourinary Syndrome of Menopause (GSM)

GSM ist der medizinische Oberbegriff, der vaginale Trockenheit, Veränderungen der Vulva und urologische Beschwerden unter einem Dach zusammenfasst. Alle entstehen durch denselben Östrogenmangel. Der Begriff wurde 2014 eingeführt, um den älteren Ausdruck „vaginale Atrophie" abzulösen, der als stigmatisierend galt.

Vaginale Symptome

  • Trockenheit
  • Brennen
  • Jucken
  • Schmerzen beim Sex
  • Blutungen nach dem Sex

Urologische Symptome

  • Häufiger Harndrang
  • Blasenreizung
  • Erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte
  • Drang-Inkontinenz

GSM betrifft bis zu 50 % der postmenopausalen Frauen. Weil es als Tabuthema gilt, sprechen viele nicht mit ihrer Ärztin darüber. Dabei ist lokales Östrogen sehr wirksam und sicher.

Lokale Behandlung

Die gute Nachricht: Scheidentrockenheit lässt sich sehr gut behandeln. Lokale Maßnahmen wirken direkt dort, wo die Beschwerden entstehen.

  • Wasserbasierte GleitmittelSofortige Linderung beim Sex, ohne hormonelle Wirkung. Ohne Scham nutzen: Sie gehören zu einem gesunden Sexualleben.
  • Vaginale Befeuchtungsmittel (Feuchtigkeitsgels)Bei regelmäßiger Anwendung verbessern sie den Grundzustand der Schleimhaut. Rezeptfrei erhältlich.
  • Lokales ÖstrogenWirkt direkt auf die Schleimhaut und kann sie langfristig aufbauen. Eine Option, die viele Frauen gut vertragen. Ob und in welcher Form sie für dich passt, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Intimhygiene anpassenMilde, pH-neutrale Produkte verwenden. Keine parfümierten Waschlotionen im Intimbereich: Sie schädigen die schützende Schleimhautflora.

Lokales Östrogen wirkt lokal. Die systemische Aufnahme ist sehr gering. Es gilt als sicher, auch für viele Frauen, bei denen systemische HRT nicht infrage kommt. Bespreche die Optionen mit deiner Ärztin.

Lebensstil & Alltag

  • Sexuelle Aktivität aufrechterhaltenDurchblutung und natürliche Lubrikation werden durch regelmäßige Aktivität gefördert. Auch Solo-Aktivität zählt.
  • Atmungsaktive UnterwäscheBaumwolle statt Synthetik reduziert Reizungen und hält das Intimklima gesünder.
  • Ausreichend TrinkenAuch die Schleimhäute profitieren davon, wenn du über den Tag verteilt ausreichend trinkst.
  • BeckenbodentrainingVerbessert die Durchblutung im Beckenbereich und kann Dranginkontinenz deutlich reduzieren.

Hormontherapie & lokale Behandlung

Systemische HRT lindert Scheidentrockenheit als Teil des Gesamtbildes. Lokales (vaginales) Östrogen wirkt direkt auf die Schleimhaut und ist die empfohlene Ersttherapie speziell für vaginale Symptome. Beide können kombiniert werden. Die Wahl richtet sich nach dem Gesamtbeschwerdebild und individuellen Faktoren. Eine Ärztin, die sich mit Wechseljahreshormonen auskennt, findet die passende Lösung.

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Quellen & Studien

  1. 1.Genitourinary syndrome of menopause: new terminology for vulvovaginal atrophyPortman DJ, Gass ML. Menopause, 2014
  2. 2.Intravaginal estrogen for the prevention of recurrent urinary tract infectionPerrotta C et al.. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2008
  3. 3.Prevalence, severity, and impact of vulvovaginal atrophyNappi RE, Kokot-Kierepa M. Climacteric, 2012
  4. 4.Non-hormonal management of postmenopausal vaginal dryness: a systematic reviewEdwards D, Panay N. Climacteric, 2016