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Hormonersatztherapie · Grundlagen

Hormonersatztherapie verständlich erklärt
Was HET bedeutet und was Frauen wissen sollten

Viele Frauen sind unsicher, ob eine Hormonersatztherapie zu ihnen passt: zu viele widersprüchliche Aussagen, zu wenig verständliche Einordnung. Wir erklären die Fakten, ohne Panikmache und ohne Verharmlosung.

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Dr. Saskia Appelhoff
· Aktualisiert Juli 2026· 12 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Die Hormonersatztherapie, kurz HET, ist eine medizinische Behandlung, bei der Hormone wie Östrogen und je nach Situation Progesteron oder ein Gestagen eingesetzt werden. Sie kann bei bestimmten Wechseljahresbeschwerden helfen, vor allem bei Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen im Zusammenhang mit vasomotorischen Beschwerden und Beschwerden im Vaginal- und Urogenitalbereich.

Gleichzeitig ist HET keine pauschale Empfehlung für alle Frauen. Sie ist eine rezeptpflichtige Therapie, bei der Nutzen und mögliche Risiken individuell geprüft werden sollten. Entscheidend sind unter anderem Beschwerden, Alter, Zeitpunkt der Menopause, Vorerkrankungen, familiäre Risiken und persönliche Wünsche.

Was ist eine Hormonersatztherapie?

Die Hormonersatztherapie (HET) ist eine medizinische Behandlung, bei der Hormone wie Östrogen und je nach Situation Progesteron oder Gestagene zugeführt werden, um hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren zu beeinflussen.

Im Mittelpunkt steht meist Estradiol, also das wichtigste körpereigene Östrogen. Bei Frauen mit Gebärmutter wird eine systemische Östrogentherapie in der Regel mit Progesteron oder einem Gestagen kombiniert, um die Gebärmutterschleimhaut zu schützen.

Der Begriff „Ersatz" kann dabei etwas missverständlich sein. Ziel ist nicht, den früheren Hormonspiegel exakt wiederherzustellen. Vielmehr geht es darum, bestimmte Beschwerden zu lindern, die mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen können. In manchen Fällen können auch langfristige Aspekte wie die Knochengesundheit in die medizinische Abwägung einbezogen werden.

Im Alltag werden die Begriffe Hormonersatztherapie, Hormontherapie und HRT teilweise synonym verwendet. In Deutschland wird häufig von Hormonersatztherapie, kurz HET, gesprochen. International ist der Begriff HRT geläufig. Das steht für Hormone Replacement Therapy. In medizinischen Texten findet man auch die Bezeichnung MHT, also Menopausal Hormone Therapy.

Was bedeutet HRT?

HRT ist die englische Abkürzung für Hormone Replacement Therapy. Gemeint ist eine Hormontherapie im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Im Deutschen wird meist von Hormonersatztherapie oder HET gesprochen.

Wichtig ist: Eine HET ist keine Lifestyle-Maßnahme, keine Anti-Aging-Therapie und keine Standardlösung für jede Frau. Sie sollte medizinisch eingeordnet, verordnet und regelmäßig überprüft werden.

Warum spielen Hormone in den Wechseljahren eine so große Rolle?

Die Wechseljahre sind eine hormonelle Übergangsphase. Schon Jahre vor der letzten Regelblutung kann die Hormonproduktion schwanken. Vor allem Östrogen und Progesteron verändern sich, und zwar nicht immer gleichmäßig.

In der Perimenopause, also der Phase vor der Menopause, können die Hormonspiegel stark schwanken. Manche Frauen bemerken zuerst unregelmäßige Zyklen, stärkere Blutungen, Brustspannen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen. Andere erleben Hitzewallungen, Nachtschweiß, innere Unruhe oder eine neue Empfindlichkeit gegenüber Stress.

Nach der Menopause, also nach der letzten Regelblutung, sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft ab. Das kann sich unter anderem auf Haut, Schleimhäute, Knochen, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, Schlaf und das urogenitale Gewebe auswirken.

Nicht jedes Symptom in dieser Lebensphase kommt automatisch „von den Hormonen". Müdigkeit, Schlafprobleme, depressive Verstimmungen, Herzrasen oder Gelenkschmerzen können viele Ursachen haben. Genau deshalb ist eine gute Abklärung wichtig, besonders wenn Beschwerden neu auftreten, stark sind oder den Alltag deutlich belasten.

Bei welchen Beschwerden kann HET helfen?

Eine Hormonersatztherapie wird vor allem bei Beschwerden eingesetzt, die klar mit der hormonellen Umstellung in Verbindung stehen. Besonders gut untersucht ist sie bei sogenannten vasomotorischen Beschwerden. Dazu gehören Hitzewallungen und Nachtschweiß.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • Hitzewallungen
  • Nachtschweiß
  • Schlafstörungen, wenn sie mit nächtlichem Schwitzen oder Hitzewallungen zusammenhängen
  • Scheidentrockenheit
  • Schmerzen beim Sex durch trockene Schleimhäute
  • wiederkehrende urogenitale Beschwerden im Zusammenhang mit Östrogenmangel
  • Vorbeugung von Knochendichteverlust in bestimmten Situationen

Viele Frauen berichten auch über Verbesserungen bei Stimmung, Energie oder Konzentration, wenn Hitzewallungen und Schlafprobleme zurückgehen. Trotzdem sollte HET nicht als pauschale Behandlung für jedes psychische, kognitive oder körperliche Symptom verstanden werden.

Bei Beschwerden wie depressiver Stimmung, starker Erschöpfung, Herzrasen, Schmerzen, Blutungsstörungen oder ausgeprägter Gewichtszunahme ist wichtig, auch andere Ursachen einzuordnen. Dazu gehören zum Beispiel Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamente, Stressbelastung oder andere Erkrankungen.

Systemische und lokale HET: Was ist der Unterschied?

Bei der Hormonersatztherapie unterscheidet man grob zwischen einer systemischen und einer lokalen Behandlung.

Systemische HET

Eine systemische HET wirkt im ganzen Körper. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß oder damit verbundene Schlafprobleme im Vordergrund stehen.

Systemische Hormontherapie kann zum Beispiel angewendet werden als:

  • Gel
  • Spray
  • Pflaster
  • Tablette
  • Kapsel
  • teilweise auch als Ring

Welche Form geeignet ist, hängt von den Beschwerden, möglichen Risiken, Vorerkrankungen, persönlichen Vorlieben und der medizinischen Einschätzung ab.

Lokale Hormontherapie

Eine lokale Hormontherapie wirkt vor allem im Vaginal- und Urogenitalbereich. Sie wird häufig bei Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Brennen, Schmerzen beim Sex oder wiederkehrenden Beschwerden im Bereich von Blase und Harnwegen eingesetzt.

Lokale Präparate können zum Beispiel als Vaginalcreme, Vaginaltablette, Zäpfchen oder Ring angewendet werden. Sie unterscheiden sich von einer systemischen Hormontherapie, weil sie überwiegend lokal wirken und meist deutlich niedriger dosiert sind.

Gerade bei urogenitalen Beschwerden kann eine lokale Therapie auch dann eine Option sein, wenn eine systemische HET nicht gewünscht ist oder nicht infrage kommt.

Welche Hormone werden bei HET eingesetzt?

Im Mittelpunkt stehen meist Östrogene. Das wichtigste Östrogen in der HET ist Estradiol, also das Hormon, das auch vor den Wechseljahren eine zentrale Rolle im weiblichen Körper spielt.

Je nach Situation kommen außerdem Progesteron oder Gestagene hinzu.

Östrogen

Östrogen kann systemisch oder lokal angewendet werden. Systemisch wird es zum Beispiel bei Hitzewallungen und Nachtschweiß eingesetzt. Lokal kann es bei Beschwerden im Vaginal- und Urogenitalbereich helfen.

Progesteron oder Gestagen

Frauen mit Gebärmutter benötigen bei einer systemischen Östrogentherapie in der Regel zusätzlich Progesteron oder ein Gestagen. Der Grund: Östrogen kann die Gebärmutterschleimhaut aufbauen. Ohne Gegenspieler kann das Risiko für Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut steigen.

Progesteron oder ein Gestagen dient daher dem Schutz der Gebärmutterschleimhaut. Frauen ohne Gebärmutter benötigen diesen Schutz in der Regel nicht und erhalten häufig eine Östrogen-Monotherapie.

Welche Kombination, Dosierung und Anwendung passend ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Welche Rolle spielt Testosteron?

Auch Frauen bilden Testosteron. Es wird unter anderem in den Eierstöcken und Nebennieren produziert und spielt eine Rolle für sexuelles Verlangen, Energie, Stimmung und körperliche Funktionen. In den Wechseljahren wird deshalb manchmal auch über Testosteron gesprochen.

Wichtig ist aber: Testosteron gehört nicht zur Standard-Hormonersatztherapie für alle Frauen. Am besten untersucht ist der Einsatz bei postmenopausalen Frauen mit anhaltendem, belastendem Libidoverlust, medizinisch auch HSDD genannt. HSDD steht für Hypoactive Sexual Desire Disorder, also eine Störung des sexuellen Verlangens, die mit persönlichem Leidensdruck verbunden ist.

Eine Testosterontherapie sollte nicht allein aufgrund eines Laborwerts begonnen werden. Vorher sollten auch andere mögliche Ursachen für Libidoverlust eingeordnet werden, zum Beispiel Schmerzen beim Sex, Scheidentrockenheit, Schlafmangel, Stress, Beziehungsfaktoren, Medikamente, depressive Verstimmungen oder andere Erkrankungen.

In Deutschland gibt es derzeit kein speziell für Frauen zugelassenes Testosteronpräparat. Eine Anwendung kann deshalb, wenn überhaupt, nur individuell und meist off-label erfolgen. Dosierung, Kontrolle und mögliche Nebenwirkungen gehören in fachärztliche Hände.

Was bedeutet „bioidentische Hormone"?

Der Begriff „bioidentisch" wird häufig verwendet, aber oft nicht sauber erklärt.

Bioidentisch bedeutet: Das Hormon entspricht in seiner chemischen Struktur dem Hormon, das der Körper selbst bildet. Ein Beispiel ist Estradiol, das strukturidentisch mit körpereigenem Estradiol ist. Auch mikronisiertes Progesteron wird häufig in diesem Zusammenhang genannt.

Wichtig ist aber: „Bioidentisch" bedeutet nicht automatisch natürlich, sanft oder risikofrei. Auch bioidentische Hormone sind wirksame Arzneimittel. Sie können helfen, aber sie können auch Nebenwirkungen und Risiken haben. Deshalb sollten sie passend dosiert und regelmäßig überprüft werden.

Außerdem sollte man unterscheiden zwischen zugelassenen, geprüften Arzneimitteln und individuell angemischten Rezepturen aus der Apotheke. Individuell gemischte Hormonpräparate werden teils als besonders „natürlich" beworben, sind aber nicht automatisch besser untersucht, sicherer oder wirksamer als zugelassene Präparate.

Ist HET das Gleiche wie die Pille?

Nein. HET und hormonelle Verhütung sind nicht dasselbe.

Die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel verfolgen ein anderes Ziel: Sie sollen einen Eisprung verhindern und damit eine Schwangerschaft vermeiden. Dafür werden meist synthetische Hormone oder hormonähnlich wirkende Wirkstoffe in bestimmten Dosierungen eingesetzt.

Eine HET in den Wechseljahren hat ein anderes Ziel: Sie soll Beschwerden lindern, die durch hormonelle Veränderungen entstehen können. Sie ersetzt keine Verhütung. In der Perimenopause kann eine Schwangerschaft noch möglich sein, solange die Menopause nicht sicher erreicht ist. Wer verhüten möchte oder muss, sollte das separat klären.

Nutzen und Risiken: Warum die individuelle Abwägung so wichtig ist

Die Frage „Ist HET gut oder schlecht?" ist zu einfach. Entscheidend ist: Für wen, in welcher Situation, mit welchem Präparat, in welcher Dosierung, über welchen Zeitraum und mit welcher Vorgeschichte?

Eine HET kann für manche Frauen eine große Entlastung sein. Besonders bei starken Hitzewallungen, Nachtschweiß und dadurch gestörtem Schlaf kann sie die Lebensqualität deutlich verbessern. Gleichzeitig ist sie nicht für jede Frau geeignet.

Mögliche Risiken hängen unter anderem ab von:

  • Alter
  • Abstand zur letzten Regelblutung
  • persönlicher und familiärer Krankengeschichte
  • Brustkrebsrisiko
  • Thromboserisiko
  • Herz-Kreislauf-Risiken
  • Lebererkrankungen
  • Art der Hormone
  • Darreichungsform
  • Dosierung
  • Dauer der Anwendung

Bei Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von etwa zehn Jahren nach der Menopause wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei passenden Voraussetzungen häufig günstiger eingeschätzt als bei einem späteren Beginn. Trotzdem bleibt es eine persönliche Entscheidung, die medizinisch begleitet werden sollte.

Ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel kann vor allem bei bestimmten Risikofaktoren und je nach Anwendungsform relevant sein. Auch das Brustkrebsrisiko wird differenziert betrachtet: Es hängt unter anderem davon ab, ob Östrogen allein oder in Kombination mit einem Gestagen gegeben wird, welches Gestagen verwendet wird und wie lange die Therapie dauert.

Deshalb gilt: Eine HET sollte nicht aus Angst grundsätzlich ausgeschlossen werden, aber auch nicht leichtfertig begonnen werden. Beides wird der Komplexität nicht gerecht.

Prof. Dr. med. Kai Bühling, Frauenarzt · Leiter Hormonsprechstunde UKE Hamburg
Interview
Meiner Meinung nach ist es wichtig, stets den Nutzen und die Risiken sorgfältig gegeneinander abzuwägen, was ich auch in jedem individuellen Gespräch tue."
Prof. Dr. med. Kai Bühling, Frauenarzt · Leiter Hormonsprechstunde UKE Hamburg · Hormonersatztherapie · Nutzen & Risiken
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Für wen kommt HET möglicherweise nicht oder nur nach besonderer Abklärung infrage?

Es gibt Situationen, in denen eine HET nicht geeignet sein kann oder besonders sorgfältig geprüft werden muss. Dazu können gehören:

  • Brustkrebs oder bestimmte hormonabhängige Krebserkrankungen in der Vorgeschichte
  • ungeklärte vaginale Blutungen
  • frühere Thrombosen oder Lungenembolien
  • bestimmte Gerinnungsstörungen
  • schwere Lebererkrankungen
  • Schlaganfall oder bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte
  • stark erhöhtes individuelles Brustkrebs- oder Thromboserisiko

Diese Liste ersetzt keine medizinische Einschätzung. Sie zeigt nur: Die persönliche Vorgeschichte ist entscheidend. Wenn du über HET nachdenkst, ist ein ausführliches Gespräch mit einer fachkundigen Ärztin oder einem fachkundigen Arzt wichtig, idealerweise mit Erfahrung in Wechseljahresmedizin und Hormontherapie.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für HET?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.

Häufig wird vom sogenannten „Window of Opportunity" gesprochen. Gemeint ist damit ein Zeitraum rund um die Menopause, in dem das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer HET bei vielen gesunden Frauen günstiger sein kann als bei einem deutlich späteren Beginn.

Das bedeutet aber nicht, dass jede Frau in diesem Zeitraum eine HET nehmen sollte. Und es bedeutet auch nicht, dass außerhalb dieses Zeitraums nie eine Behandlung möglich ist. Entscheidend sind Beschwerden, Alter, Gesundheitsstatus, Risikoprofil und die gemeinsame Entscheidung.

Gerade in der Perimenopause können die Hormonspiegel stark schwanken. Manche Frauen haben noch regelmäßige oder unregelmäßige Blutungen, andere schon längere Abstände. Deshalb sollte die Therapie nicht nur an Laborwerten festgemacht werden, sondern auch an Symptomen, Zyklusverlauf, Lebensqualität und medizinischer Vorgeschichte.

Wie lange kann man HET nehmen?

Die Dauer einer HET sollte regelmäßig überprüft werden. Es gibt nicht für alle Frauen eine feste Maximaldauer, die immer gilt. Entscheidend ist, ob Beschwerden weiterhin bestehen, ob die Therapie hilft, ob Nebenwirkungen auftreten und wie sich das individuelle Risikoprofil entwickelt.

Viele Empfehlungen orientieren sich daran, die niedrigste wirksame Dosis für die individuell passende Dauer zu verwenden. Das bedeutet nicht, dass jede HET nach kurzer Zeit automatisch beendet werden muss. Es bedeutet aber: Die Therapie sollte nicht einfach jahrelang unverändert weiterlaufen, ohne dass sie überprüft wird.

Ein guter Rhythmus sind regelmäßige Kontrolltermine, bei denen Beschwerden, Blutungen, Nebenwirkungen, Risikofaktoren und Vorsorgeuntersuchungen eingeordnet werden.

Welche Alternativen gibt es zur HET?

Nicht jede Frau möchte Hormone nehmen. Und nicht jede Frau darf Hormone nehmen. Deshalb ist es wichtig, Alternativen zu kennen.

Lebensstil

Lebensstilmaßnahmen ersetzen keine medizinische Behandlung, können aber einen großen Unterschied machen, besonders für Energie, Schlaf, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Gesundheit und Knochen.

Dazu gehören:

  • regelmäßiges Krafttraining
  • ausreichend Bewegung im Alltag
  • proteinreiche, nährstoffdichte Ernährung
  • stabiler Blutzucker
  • Alkoholreduktion
  • Rauchstopp
  • Schlafhygiene
  • Stressregulation
  • ausreichend Calcium, Vitamin D und andere relevante Nährstoffe nach Bedarf

Gerade Krafttraining, Proteinzufuhr und Stoffwechselgesundheit werden in den Wechseljahren besonders wichtig, weil Muskelmasse, Knochendichte und Fettverteilung sich verändern können.

Nicht-hormonelle Medikamente

Für bestimmte Beschwerden gibt es auch nicht-hormonelle Medikamente. Dazu gehören zum Beispiel Wirkstoffe gegen Hitzewallungen und Nachtschweiß. Ein neuerer nicht-hormoneller Ansatz sind sogenannte NK3-Rezeptorantagonisten wie Fezolinetant, das in der EU für moderate bis schwere vasomotorische Symptome zugelassen ist. Auch diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und sollten medizinisch eingeordnet werden.

Pflanzliche Präparate

Viele Frauen interessieren sich für pflanzliche Mittel wie Soja-Isoflavone, Rotklee, Traubensilberkerze, Mönchspfeffer oder andere Phytotherapeutika. Einige Präparate sind besser untersucht als andere, die Wirkung ist aber oft individuell und meist weniger stark belegt als bei HET.

Auch pflanzlich bedeutet nicht automatisch risikofrei. Manche Präparate können Nebenwirkungen haben oder mit Medikamenten interagieren. Deshalb ist es sinnvoll, auch pflanzliche Mittel fachlich einzuordnen, besonders bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder erhöhtem Krebsrisiko.

Was du vor einem Arztgespräch vorbereiten kannst

Viele Frauen gehen mit dem Gefühl in die Praxis: „Irgendetwas stimmt nicht, aber ich weiß nicht, wie ich es erklären soll." Eine gute Vorbereitung kann helfen.

Nützlich sind Antworten auf:

  • Welche Beschwerden hast du?
  • Seit wann bestehen sie?
  • Wie stark belasten sie dich im Alltag?
  • Gibt es Zyklusveränderungen?
  • Hast du noch Blutungen?
  • Wie schläfst du?
  • Gibt es Hitzewallungen oder Nachtschweiß?
  • Hast du Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex oder Blasenbeschwerden?
  • Welche Vorerkrankungen hast du?
  • Gibt es Brustkrebs, Thrombosen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle in deiner Familie?
  • Welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel nimmst du?
  • Was ist dein Ziel: weniger Hitzewallungen, besser schlafen, Vaginalbeschwerden lindern, Knochengesundheit schützen?

Je konkreter du beschreiben kannst, was dich belastet, desto besser lässt sich gemeinsam entscheiden, ob HET, eine lokale Therapie, nicht-hormonelle Medikamente, Lebensstilmaßnahmen oder eine andere Abklärung sinnvoll sind.

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Häufig gestellte Fragen

Fazit: HET ist eine wichtige Option

Hormonersatztherapie ist eines der am meisten diskutierten Themen rund um die Wechseljahre. Viele Frauen haben Angst vor Hormonen, andere fühlen sich mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen. Beides zeigt: Es braucht mehr gute, verständliche und differenzierte Aufklärung.

HET ist keine pauschale Lösung für alle. Aber sie ist auch nicht automatisch gefährlich oder „unnatürlich". Sie ist eine medizinische Behandlungsoption, die bei passenden Voraussetzungen hilfreich sein kann, vor allem bei belastenden Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafproblemen im Zusammenhang mit vasomotorischen Beschwerden und urogenitalen Symptomen.

Die wichtigste Frage lautet nicht: Hormone ja oder nein? Sondern: Was belastet dich? Was ist medizinisch sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Welche Alternativen passen zu dir? Und wer begleitet dich kompetent bei dieser Entscheidung?

Wenn du über HET nachdenkst, nimm deine Beschwerden ernst und suche dir fachkundige Unterstützung, die differenziert berät statt pauschal abzuraten oder pauschal zu empfehlen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte besprich Beschwerden, Risiken und Therapieoptionen immer individuell mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Quellen & Studien

  1. 1.Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden. Gesundheitsinformation.de / IQWiG
  2. 2.NICE Guideline NG23: Menopause identification and management
  3. 3.Informationen zur Hormontherapie in den Wechseljahren. The Menopause Society
  4. 4.Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Frauenärzte im Netz
  5. 5.Fezolinetant/Veoza als nicht-hormonelle Option bei moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen. EMA