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Cover: Ich habe alles im Griff von Mimi Lawrence
MeNotPause empfohlen

Ich habe alles im Griff

von Mimi Lawrence

„Ich habe alles im Griff. Und genau das ist das Problem.“ Mimi Lawrences Buchtitel trifft etwas, das viele von uns nur zu gut kennen: das Gefühl, nach außen zu funktionieren, alles zusammenzuhalten und innerlich trotzdem immer leerer zu werden.

Mimi Lawrence schreibt über das, worüber Frauen oft schweigen: Mental Load, unsichtbaren Druck, das ständige Mitdenken und Kümmern, die leise Wut und die Erschöpfung, die entsteht, wenn man für alle da ist, nur nicht für sich selbst. Der Verlag beschreibt es als mutiges Buch über Selbstverlust und Selbstbehauptung. Genau so liest es sich auch: weniger als klassischer Ratgeber mit To-do-Listen, mehr als Erlaubnis, endlich wieder bei sich anzukommen.

Gerade in der Lebensmitte wird vielen von uns bewusst, wie lange wir schon im Funktionsmodus laufen. Kinder, Partnerschaft, Eltern, Job, Haushalt, Care-Arbeit, Erwartungen von außen, oft alles gleichzeitig. In den Wechseljahren kann sich dieses Gefühl noch verstärken, wenn Schlafprobleme, innere Unruhe oder Stimmungsschwankungen auf ein ohnehin volles Leben treffen. Viele reagieren dann mit noch mehr Kontrolle: noch besser planen, noch mehr leisten. Lawrence zeigt liebevoll, dass „alles im Griff haben“ nicht immer Stärke ist, sondern manchmal ein Warnsignal.

Was mir besonders gefällt, ist die klare, emotionale Sprache. Das Buch nimmt Mental Load ernst und gibt der leisen Wut Raum, ohne dramatisch zu werden. Vor allem geht es nicht um noch mehr Selbstoptimierung. Es fragt nicht nach der besseren Morgenroutine, sondern: Warum glaubst du eigentlich, dass du immer funktionieren musst? Wer Mimi Lawrence schon durch „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ kennt, wird hier eine vertraute Stimme wiederfinden. Während dort Wechseljahre, Bewegung und Energie im Mittelpunkt stehen, geht dieses Buch tiefer in die Frage, wem deine Kraft eigentlich gehört.

Für wen ist das?

Für dich, wenn du merkst, dass du zu oft über deine eigenen Grenzen gehst. Besonders passend für Frauen in der Lebensmitte, die ständig funktionieren, sich für alle verantwortlich fühlen und Mental Load sowie unsichtbaren Druck nur zu gut kennen. Und für alle, die keine klassischen Selbstoptimierungs-Tipps suchen, sondern ehrliche Worte und die Erlaubnis, sich selbst wieder wichtiger zu nehmen.

Was uns weniger gefällt

Wenn du dir einen strukturierten Ratgeber mit konkreten Methoden, Übungen oder Schritt-für-Schritt-Plänen wünschst, ist dieses Buch vermutlich nicht das richtige. Es will eher berühren, benennen und Mut machen als Aufgaben abarbeiten. Wer Lust auf einen rein praktischen Werkzeugkasten hat, greift besser zu einem Ratgeber mit Methodenteil.

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Fazit

Lies dieses Buch, wenn du dich ständig zusammenreißt. Nicht, um noch mehr an dir zu arbeiten, sondern um zu spüren, dass du nicht erst zusammenbrechen musst, bevor du wieder für dich da sein darfst.

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Empfehlung von Dr. Saskia Appelhoff, Gründerin von MeNotPause. Wir empfehlen nur, was wir wirklich gut finden.

Zum Teilen

Unsere Einordnung zu diesem Buch als Grafik, frei nutzbar mit Quellenangabe.

Grafik: Für wen sich „Ich habe alles im Griff“ von Mimi Lawrence lohnt und für wen weniger, eingeordnet von Dr. Saskia Appelhoff, MeNotPause

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