++ 6.7.26: Dr. Orfanos-Boeckel zum Thema Prävention ab 40 ++
Rückenschmerzen als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Rücken

Rückenschmerzen in den Wechseljahren
Ursachen, Zusammenhänge & was dir guttut

Ein steifer Rücken am Morgen, ziehende Schmerzen im Lendenbereich, Verspannungen, die einfach nicht weichen wollen. Viele Frauen bemerken solche Beschwerden erstmals in der Perimenopause, ohne den Zusammenhang mit den Wechseljahren zu kennen.

SA
Dr. Saskia Appelhoff
· Aktualisiert Juni 2026· 5 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Rückenschmerzen werden selten mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht, doch der Zusammenhang ist real. Östrogen ist am Erhalt von Kollagen in Bandscheiben, Bändern und Faszien beteiligt und wirkt entzündungshemmend. Sinkt der Östrogenspiegel, kann das zu mehr Steifigkeit, einer schwächeren Rumpfmuskulatur und vermehrten Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden beitragen. Die gute Nachricht: Mit Bewegung und gezieltem Training kannst du viel für deinen Rücken tun.

Auf einen Blick

Was passiert?
Sinkendes Östrogen beeinflusst Bindegewebe, Muskeln und Knochendichte
Häufig betroffen
Unterer Rücken (Lendenbereich), Nacken und Schulterpartie
Sprich mit deiner Ärztin bei
Starken, anhaltenden oder ausstrahlenden Schmerzen, die dich belasten
Was guttut
Sanfte, regelmäßige Bewegung und Stärkung von Rumpf und Rücken

Rückenschmerzen in den Wechseljahren

Rückenschmerzen gehören zu den Beschwerden, die viele Frauen in den Wechseljahren erleben, ohne sie einzuordnen. Sie treten oft gemeinsam mit anderen Symptomen auf, etwa Schlafproblemen, Erschöpfung oder Gelenkbeschwerden, und werden häufig als normales Älterwerden abgetan.

Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen. Die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre wirken sich auf den gesamten Bewegungsapparat aus, also auch auf Wirbelsäule, Muskeln und Bindegewebe. Wer den Zusammenhang kennt, kann gezielter etwas für sich tun.

Wie Östrogen den Rücken stützt

Östrogen erfüllt im Bewegungsapparat mehrere schützende Aufgaben, die für einen stabilen, beweglichen Rücken wichtig sind:

  • Kollagen in Bandscheiben und Bändern: Östrogen unterstützt den Erhalt von Kollagen. Sinkt es, können Bandscheiben, Bänder und Faszien an Elastizität verlieren.
  • Entzündungshemmung: Östrogen wirkt entzündungshemmend. Lässt diese Wirkung nach, können Beschwerden im Bewegungsapparat zunehmen.
  • Rumpf- und Rückenmuskulatur: Östrogen ist am Erhalt der Muskelkraft beteiligt. Eine schwächere Rumpfmuskulatur gibt der Wirbelsäule weniger Halt.
  • Knochendichte: In den Wechseljahren kann die Knochendichte abnehmen. Auch das spielt bei Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden mit hinein.

Typische Beschwerden

  • Schmerzen im unteren RückenZiehende oder dumpfe Schmerzen im Lendenbereich, oft beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen.
  • Morgendliche SteifigkeitDer Rücken fühlt sich beim Aufwachen steif an und lockert sich erst durch Bewegung.
  • Nacken- und SchulterverspannungenVerspannungen im oberen Rücken, die bis in Nacken und Schultern ausstrahlen können.
  • Weniger BelastbarkeitAlltägliche Bewegungen wie Bücken oder Tragen fühlen sich anstrengender an als früher.

Was dir guttun kann

Bei Rückenschmerzen ist der erste Impuls oft Schonung. Erfahrungsgemäß hilft aber gerade sanfte, regelmäßige Bewegung. Sie hält die Wirbelsäule beweglich und stärkt die Muskeln, die deinen Rücken stützen.

  • Gezieltes Training für Rumpf und Rücken stärkt die stützende Muskulatur und entlastet die Wirbelsäule.
  • Regelmäßige Bewegung im Alltag hält Gelenke und Bindegewebe geschmeidig und tut vielen Frauen spürbar gut.
  • Behutsam beginnen und in einem für dich angenehmen Bereich bleiben ist wichtiger als Intensität.

Wenn dich die Schmerzen belasten, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr herausfinden, was hinter den Beschwerden steckt und welche Wege für dich passen.

Hormontherapie als eine Option

Weil hormonelle Veränderungen zu Beschwerden im gesamten Bewegungsapparat beitragen können, ist eine Hormontherapie für manche Frauen ein Thema. Ob sie für dich infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Situation ab und ist eine sehr individuelle Entscheidung.

Diese Frage besprichst du am besten in Ruhe mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wichtig ist, dass du dich gut informiert und auf Augenhöhe fühlst, wenn ihr gemeinsam überlegt, was zu dir passt.

Mehr zur Hormontherapie: Nutzen & Risiken →
Dr. med. Ursula Manunzio, Sport- & Präventionsmedizinerin
Interview
Es lagert sich mehr viszerales Fett an, die Muskelmasse sinkt und die Knochensubstanz wird dünner. Aber die gute Nachricht ist, dass ich dem nachweislich durch Training entgegenwirken bzw. es stoppen kann."
Dr. med. Ursula Manunzio, Sport- & Präventionsmedizinerin · Bewegung & Wechseljahre
Zum Interview →

Passende Kurse von MeNotPause

Fundiertes Wissen von Expertinnen, im eigenen Tempo. Sofortiger Zugang, jederzeit verfügbar.

Komplettpaket · Wissen, das dich begleitet

MeNotPause Plus Programm

Alle Masterclasses in einem Paket: Schlaf, Hormonersatztherapie, Ernährung, Sport und mehr. Du bekommst fundiertes Wissen, praktische Impulse und Orientierung für diese Lebensphase: in deinem Tempo und gemeinsam mit einer Community, die versteht, was du gerade erlebst.

119 €einmalig
Zum Plus Programm
Arztgespräch vorbereiten
Rückenschmerzen werden selten mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Unser Leitfaden hilft dir, den Zusammenhang strukturiert anzusprechen.
Leitfaden kostenlos erhalten →

Häufig gestellte Fragen

Könnten deine Rückenschmerzen mit den Wechseljahren zusammenhängen?

Der MeNotPause Symptomtest bewertet deine Beschwerden im Kontext weiterer Wechseljahressymptome, in 3 Minuten.

Zum Symptomtest →
Gemeinsam durch die Wechseljahre
Im MeNotPause Circle tauschst du dich mit Gleichgesinnten aus und bekommst Antworten von Expertinnen.
Zum Circle →

Quellen & Studien

  1. 1.Estrogen alone and joint symptoms in the Women's Health Initiative randomized trialChlebowski RT et al.. Menopause, 2013
  2. 2.Musculoskeletal pain and menopausal statusDugan SA et al.. Clinical Journal of Pain, 2006
  3. 3.Resistance training for postmenopausal women: systematic review and meta-analysisMartins Sá KM et al.. Menopause, 2023