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Restless-Legs-Syndrom als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Schlaf & Nerven

Restless Legs Syndrom in den Wechseljahren
Ursachen, Auslöser & was wirklich hilft

Kribbeln in den Beinen, ein unwiderstehlicher Drang, sich zu bewegen, genau dann, wenn man zur Ruhe kommen möchte. Das Restless Legs Syndrom raubt vielen Frauen in den Wechseljahren den Schlaf.

SA
Dr. Saskia Appelhoff
· Aktualisiert Juni 2026· 6 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Das Restless Legs Syndrom betrifft Frauen doppelt so häufig wie Männer und kann sich in der Perimenopause erstmals zeigen oder verschlimmern. Eisenmangel ist eine der häufigsten, gut behandelbaren Ursachen. Ein einfacher Bluttest gibt Klarheit.

Auf einen Blick

Typische Beschwerden
Kribbeln, Ziehen, Brennen in den Beinen, Bewegungsdrang abends und nachts
Wichtigster Laborwert
Ferritin: Zielwert über 75 ng/ml für RLS-Patienten
Mechanismus
Dopaminstoffwechsel und Eisenstoffwechsel im Gehirn, beeinflusst durch Östrogen
Abklärung
Neurologische Untersuchung bei schwerem oder häufigem RLS empfohlen

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Das Restless Legs Syndrom ist eine neurologische Erkrankung mit vier charakteristischen Merkmalen, die alle erfüllt sein müssen, damit die Diagnose gestellt wird:

  • Unangenehme EmpfindungenKribbeln, Ziehen, Brennen, Jucken oder ein Druckgefühl, meist in den Unterschenkeln, seltener in Armen oder anderen Körperstellen
  • BewegungsdrangEin starker, kaum unterdrückbarer Drang, die Beine zu bewegen. Die Bewegung lindert die Beschwerden sofort.
  • RuheabhängigkeitDie Beschwerden treten in Ruhe auf oder verstärken sich. Bewegung, Aufstehen oder Gehen bringen Erleichterung.
  • Zirkadiane RhythmikDie Symptome sind abends und nachts deutlich stärker als tagsüber. Das macht RLS zu einer der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Wadenkrämpfen: Krämpfe sind schmerzhaft, kurz und schlagartig. RLS ist ein anhaltend unangenehmes Gefühl ohne plötzlichen Schmerzkrampf. Auch zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Wechseljahren gibt es Überschneidungen. Bei RLS steht jedoch der Bewegungsdrang in Ruhe im Vordergrund.

Zusammenhang mit den Wechseljahren

Warum Frauen deutlich häufiger von RLS betroffen sind als Männer, ist nicht vollständig geklärt. Mehrere Mechanismen spielen eine Rolle:

  • Östrogen und Dopamin: Östrogen beeinflusst den Dopaminstoffwechsel. Dopamin ist der zentrale Neurotransmitter bei der RLS-Entstehung. Wenn Östrogen in der Perimenopause sinkt, kann das die dopaminerge Regulation der Beinbewegungen stören.
  • Eisenmangel durch starke Periodenblutungen: In der Perimenopause sind stärkere und unregelmäßigere Blutungen häufig. Das kann Ferritin absenken. Eisen ist für die Dopaminsynthese unverzichtbar. Ein niedriger Ferritinspiegel ist einer der wichtigsten vermeidbaren RLS-Auslöser.
  • Schlafmangel durch Hitzewallungen: Schlafentzug selbst verschlechtert RLS-Symptome. Ein Teufelskreis entsteht: RLS stört den Schlaf, Schlafmangel verstärkt RLS. Mehr dazu im Beitrag zu Schlafstörungen in den Wechseljahren.
  • Genetische Veranlagung: RLS hat eine starke familiäre Häufung. Wer betroffene Verwandte ersten Grades hat, trägt ein deutlich höheres Risiko.

Welche Laborwerte kontrollieren?

  • Ferritin (Eisenspeicher)Der wichtigste Wert bei RLS. Zielwert für RLS-Patientinnen: über 75 ng/ml, optimal über 100 ng/ml. Auch ein „normales“ Ferritin im unteren Normbereich kann RLS begünstigen.
  • Hämoglobin und BlutbildZur Beurteilung des Gesamteisenstatuts. Hämoglobin kann noch normal sein, obwohl Ferritin bereits niedrig ist.
  • Vitamin B12 und FolsäureMängel können RLS-ähnliche Beschwerden verursachen oder ein bestehendes RLS verschlechtern.
  • TSH (Schilddrüse)Sowohl Unter- als auch Überfunktion können neurologische Beschwerden verursachen, die RLS ähneln oder es verstärken.

Hormontherapie & Restless Legs Syndrom

Die Datenlage zur Wirkung von HRT auf RLS ist begrenzt. Einzelne Berichte beschreiben eine Verbesserung unter Östrogentherapie, möglicherweise über den Einfluss auf den Dopaminstoffwechsel. Andere Frauen berichten keine Veränderung.

Was HRT indirekt leisten kann: Sie reduziert Hitzewallungen und verbessert den Schlaf. Da Schlafentzug RLS verschlimmert, kann eine verbesserte Schlafqualität durch HRT auch RLS-Symptome mildern. Bei schwerem RLS ist eine neurologische Abklärung sinnvoll, unabhängig von der Hormonsituation.

Mehr zur Hormontherapie – Nutzen & Risiken →

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