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Migräne als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Kopf, Nerven & Sinne

Migräne in den Wechseljahren
Warum Hormone Attacken auslösen und was hilft

Wenn Migräne in der Lebensmitte plötzlich häufiger oder heftiger wird, steckt oft ein hormoneller Grund dahinter. Viele Frauen wissen nicht, dass die Schwankungen der Perimenopause Attacken auslösen können. Hier erfährst du, warum das so ist, was bei einer Migräne mit Aura wichtig ist und welche Behandlungen wirklich helfen.

SA
Dr. Saskia Appelhoff · Gründerin von MeNotPause
· Aktualisiert September 2026· 6 Minuten Lesezeit·

Zusammenfassung

Migräne ist eng mit den weiblichen Hormonen verknüpft. Viele Attacken werden durch das Absinken des Östrogenspiegels ausgelöst. Weil das Östrogen in der Perimenopause besonders stark schwankt, wird Migräne in dieser Zeit oft schlimmer. Die gute Nachricht: Nach der Menopause bessert sie sich bei vielen Frauen wieder, und bis dahin lässt sich einiges tun.

Wie eng beides zusammenhängt, zeigt eine Auswertung der US-Studie SWAN: Unter den perimenopausalen Frauen waren rund 17,5 % Migränepatientinnen, deutlich mehr, als in der Bevölkerung insgesamt üblich ist.

Warum Hormone Migräne in den Wechseljahren auslösen

Ein wichtiger Auslöser für Migräneattacken ist nicht der hohe oder niedrige Östrogenspiegel an sich, sondern der schnelle Abfall, der sogenannte Östrogenentzug. Das kennen viele Frauen von der menstruellen Migräne, die typischerweise kurz vor oder während der Periode auftritt, wenn das Östrogen abfällt.

In der Perimenopause sinkt das Östrogen nicht gleichmäßig, sondern schwankt stark und unregelmäßig. Diese häufigen, unberechenbaren Abfälle sind ein Grund, warum Migräne in dieser Phase oft häufiger und heftiger wird. Nach der Menopause, wenn der Hormonspiegel dauerhaft niedrig und stabil ist, lässt die Migräne bei vielen Frauen wieder nach.

Prof. Dr. med. Gudrun Goßrau, Leiterin des Kopfschmerzzentrums am Universitätsklinikum Dresden
Interview
„Nicht nur die Höhe des Östrogenspiegels ist entscheidend, sondern vor allem seine Instabilität."
Prof. Dr. med. Gudrun Goßrau, Leiterin des Kopfschmerzzentrums am Universitätsklinikum Dresden · Migräne & Hormonschwankungen
Zum Interview →

Migräne mit und ohne Aura, warum das wichtig ist

Für die Wechseljahre ist die Unterscheidung zwischen Migräne mit und ohne Aura besonders relevant, weil sie die Wahl einer Hormontherapie beeinflusst.

Migräne ohne Aura

Die häufigere Form. Die Attacke beginnt ohne neurologische Vorboten, oft mit pochenden Kopfschmerzen, Übelkeit und Licht- oder Lärmempfindlichkeit.

Migräne mit Aura

Vor oder während der Attacke treten neurologische Symptome auf, etwa Sehstörungen wie Flimmern, Kribbeln oder Sprachstörungen.

Wichtig: Migräne mit Aura ist mit einem leicht erhöhten Risiko für Gefäßereignisse verbunden. Deshalb ist bei der Wahl einer Hormontherapie Vorsicht geboten. Sprich vor einer Therapie offen mit deiner Ärztin über deine Migräneform.

Was wirklich gegen hormonell bedingte Migräne hilft

Bei Migräne zählt vor allem die Vorbeugung. Ein stabiler Rhythmus und das Erkennen persönlicher Auslöser sind die Basis, ergänzt durch Bewegung und Entspannung im Alltag.

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    Stabiler Tagesrhythmus – Regelmäßiger Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit. Schwankungen sind ein häufiger Auslöser.
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    Migränetagebuch führen – Hilft, persönliche Auslöser wie Stress, Schlafmangel oder bestimmte Lebensmittel zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
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    Bewegung und Stressabbau – Regelmäßige, moderate Bewegung und Entspannungsverfahren können die Häufigkeit von Attacken senken.

Für die akute Behandlung und für eine medikamentöse Prophylaxe bei häufigen Attacken gibt es wirksame, verschreibungspflichtige Medikamente. Welche für dich geeignet sind, entscheidet sich im Gespräch mit deiner Ärztin oder einer Neurologin.

Hormontherapie bei Migräne in den Wechseljahren

Weil viele Attacken durch schwankendes Östrogen ausgelöst werden, kann eine Hormontherapie, die den Spiegel stabil hält, bei manchen Frauen die Migräne bessern. Transdermales Östrogen, also Östrogen über die Haut als Gel oder Pflaster, gilt dabei als günstiger als Tabletten, weil es den Hormonspiegel gleichmäßiger hält.

Bei Migräne mit Aura ist allerdings Vorsicht geboten. Hier muss die Hormontherapie sorgfältig abgewogen werden. Diese Entscheidung gehört in die Hände einer erfahrenen Ärztin, die deine Migräneform und dein persönliches Risikoprofil kennt.

Wann du Migräne ärztlich abklären lassen solltest

Lass deine Kopfschmerzen ärztlich abklären, wenn sie neu auftreten, sich deutlich verändern, häufiger oder stärker werden oder wenn erstmals eine Aura auftritt. Plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen oder Kopfschmerzen mit neurologischen Ausfällen sind ein Grund, rasch ärztliche Hilfe zu suchen. Mehr zu Kopfschmerzen liest du im Beitrag zu Kopf- und Nackenschmerzen.

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Quellen & Studien

  1. 1.Ovarian hormones and migraine headache: understanding mechanisms and pathogenesis – Martin VT, Behbehani M. Headache, 2006
  2. 2.Hormonal management of migraine at menopause – Nappi RE et al.. Menopause International, 2009
  3. 3.Allostatic load in perimenopausal women with migraine – Alebna P, Maleki N. Frontiers in Neurology, 2021