Zusammenfassung
Harnwegsinfekte, Reizblase, häufiger Harndrang und Blasenschwäche hängen in den Wechseljahren mit demselben Mechanismus zusammen: Auch das Gewebe von Blase, Harnröhre und Beckenboden ist östrogenabhängig. Diese Beschwerden sind häufig, werden selten angesprochen und sind zugleich gut behandelbar.
Warum Blase und Becken in den Wechseljahren reagieren
Die Schleimhäute von Blase und Harnröhre sowie die Strukturen des Beckenbodens reagieren auf Östrogen. Lässt das Hormon nach, werden die Schleimhäute dünner und empfindlicher, und die schützende Scheidenflora verändert sich. Dadurch treten Reizungen, häufiger Harndrang und Harnwegsinfekte leichter auf. Fachleute fassen diese Veränderungen mit Scheidentrockenheit und ähnlichen Beschwerden als genitourinäres Syndrom der Menopause zusammen.
Zusätzlich verliert der Beckenboden über die Jahre an Spannkraft, besonders nach Geburten. Das begünstigt, dass beim Husten, Niesen oder Lachen ungewollt Urin abgeht. Das ist verständlich und sehr verbreitet. Wichtig ist mir der Hinweis, dass diese Beschwerden kein unabwendbares Schicksal sind. Mit gezieltem Training und der richtigen Behandlung lässt sich viel erreichen.
Bitte abklären lassen: Blut im Urin, Fieber mit Flankenschmerz oder wiederkehrende Infekte. Solche Symptome gehören ärztlich untersucht, statt sie nur immer wieder mit Antibiotika zu behandeln.
Diese Beschwerden gehören dazu
Geh zu dem, was dich beschäftigt. Auf den verlinkten Seiten findest du konkrete Behandlungswege.
- Harnwegsinfekte & ReizblaseWenn Brennen, Harndrang oder Druck im Unterbauch auftreten.
- BlasenschwächeWenn Urin bei Husten, Niesen oder Lachen ungewollt abgeht.
- Häufiger HarndrangWenn der Gang zur Toilette öfter nötig wird, auch nachts.
Was dir Orientierung gibt
Beckenbodentraining ist bei Belastungsinkontinenz nachweislich wirksam und der sinnvolle erste Schritt. Es lässt sich gut in den Alltag einbauen und braucht vor allem Regelmäßigkeit. Ausreichend zu trinken klingt widersinnig, hilft aber, die Blase gesund zu halten. Bei wiederkehrenden Infekten lohnt der Blick auf die Ursachen statt nur auf die Akutbehandlung.
Bei trockenen, gereizten Schleimhäuten gelten lokale Östrogene als sehr wirksam und gut verträglich, und sie helfen häufig auch gegen wiederkehrende Harnwegsinfekte. Mehr zur Hormontherapie und die konkreten Optionen für jedes Thema findest du auf den verlinkten Seiten. Sprich diese Themen ruhig an, auch im MeNotPause Circle.
Häufig gestellte Fragen
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Weitere Themenbereiche
Zyklus, Scheide & IntimgesundheitMuskeln, Gelenke & KnochenHormontherapie, wann sie sinnvoll istQuellen & Studien
- 1.Genitourinary syndrome of menopause: new terminology for vulvovaginal atrophy (ISSWSH/NAMS) – Portman DJ, Gass MLS. Menopause, 2014
- 2.Pelvic floor muscle training versus no treatment, or inactive control treatments, for urinary incontinence in women – Dumoulin C et al.. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2018
- 3.Vaginal estrogen for genitourinary syndrome of menopause: a systematic review – Rahn DD et al.. Obstetrics & Gynecology, 2014
