Zusammenfassung
Eine Wechseljahreberaterin ist eine nicht-medizinische Beraterin, die sich auf die Wechseljahre spezialisiert hat. Der Begriff ist kein staatlich geschützter Berufstitel, viele Beraterinnen bringen aber eine gezielte Weiterbildung sowie eine Vorqualifikation aus Bereichen wie Ernährungsberatung, Heilpraxis oder Coaching mit.
Der Deutsche Verband für Wechseljahreberatung e.V. (DVW), der Branchenverband für qualifizierte Wechseljahreberaterinnen in Deutschland, beschreibt die Rolle klar als Ergänzung, nicht als Ersatz zur ärztlichen Versorgung.
Auf einen Blick
- Berufstitel geschützt?
- Nein, „Wechseljahreberaterin“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung
- Kosten
- als Richtwert ca. 80 € pro Beratungsstunde, Selbstzahlerleistung
- Ersetzt das die Gynäkologin?
- Nein: ergänzend zur ärztlichen Versorgung, nicht ersetzend
- Wo finde ich eine?
- z. B. im bundesweiten DVW-Verzeichnis
Wechseljahreberaterin: Definition & Abgrenzung zur Gynäkologin
Eine Wechseljahreberaterin bietet gesundheitsorientierte, psychosoziale und praktische Alltagsberatung rund um die Wechseljahre: Sie hilft, Symptome einzuordnen, klärt über hormonelle Zusammenhänge auf und unterstützt mit konkreten Impulsen zu Ernährung, Bewegung, Stressmanagement oder Kommunikation. Was sie nicht darf: Diagnosen stellen, Medikamente verschreiben oder eine Therapie durchführen. Das bleibt Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten bzw. Psychotherapeut:innen.
Genau diese Grenze benennen seriöse Beraterinnen selbst offen. Die Emotionstrainerin und Wechseljahreberaterin Katharina Aschenbach beschreibt es im MeNotPause-Interview so:
Aufgaben & Beratungsformate
Im Alltag sieht Beratung ganz unterschiedlich aus: von der ganzheitlichen Einzelberatung zu Ernährung, Mikronährstoffen und Hormonausgleich, wie sie Ellen Cornely-Peeters anbietet, über reine Aufklärungsarbeit zu den körperlichen Vorgängen bis hin zu Gruppenangeboten und offenen Austauschrunden. Manuela von Winterfeld etwa berät einzeln, in Gruppen von sechs bis zwölf Frauen und bei einem eigenen Stammtisch, ihre Beratung beginnt dabei immer mit einem ersten Kennenlerngespräch.
Ausbildung & Titel-Status: ist das seriös?
„Wechseljahreberaterin" ist, anders als etwa „Ärztin" oder „Heilpraktikerin", kein staatlich reglementierter Beruf. Jede Ausbildungseinrichtung kann eigene Standards setzen. Weiterbildungen dauern meist rund sechs Monate und setzen häufig eine Vorqualifikation voraus, etwa als Heilpraktikerin, Ernährungsberaterin oder Coach. Manuela von Winterfeld etwa kam über eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin zur Spezialisierung auf die Wechseljahre.
Weil der Titel ungeschützt ist, lohnt sich ein Blick auf die Ausbildung im Einzelfall. Ein guter Anhaltspunkt ist die Mitgliedschaft in einem Fachverband wie dem Deutschen Verband für Wechseljahreberatung e.V. (DVW), der einen bundesweiten Qualitätsleitfaden für Ausbildungsanbieter veröffentlicht hat und zwischen Vollmitgliedern und Mitgliedern „in Ausbildung" unterscheidet.
Kosten & Krankenkasse
Die Wechseljahre gelten nicht als Krankheit, eine Wechseljahreberatung ist deshalb aktuell reine Selbstzahlerleistung, feste Preisvorgaben gibt es nicht. Ellen Cornely-Peeters schätzt im MeNotPause-Interview, dass eine Beratungsstunde branchenüblich um die 80 Euro kostet, betont aber selbst, dass sie nicht weiß, was andere Beraterinnen berechnen. Je nach Anbieterin und Format (Einzel- oder Gruppenberatung) kann der Preis also abweichen. Eine Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen gibt es bislang nicht.
Wann ist eine Wechseljahreberaterin sinnvoll?
Besonders hilfreich ist eine Beratung, wenn du dich mit deinen Symptomen allein oder nicht ernst genommen fühlst, Aufklärung über das suchst, was in deinem Körper passiert, oder wenn Themen wie Stress, Ängste oder Erschöpfung deinen Alltag zusätzlich belasten. Auch beim Vorbereiten des nächsten Arztgesprächs kann eine Beraterin unterstützen, etwa dabei, die richtigen Fragen zu formulieren.
Wie finde ich eine gute Wechseljahreberaterin?
Ein guter, unabhängiger Startpunkt ist das bundesweite Beraterinnen-Verzeichnis des Deutschen Verbands für Wechseljahreberatung e.V. (DVW): dv-wechseljahreberatung.de/dvw-beraterinnen. Den DVW hat unter anderem Ellen Cornely-Peeters mitgegründet, die auch im MeNotPause-Interview zu Wort kommt, um die Wechseljahreberatung bundesweit bekannter und zugänglicher zu machen.
Ein paar Anhaltspunkte für die Auswahl:
- Ausbildung offenlegen lassen: Eine seriöse Beraterin nennt auf Nachfrage Weiterbildung und eventuelle Vorqualifikation.
- Kennenlerngespräch nutzen: Viele Beraterinnen starten mit einem ersten Gespräch, um zu prüfen, ob die Chemie stimmt, bevor es losgeht.
- Klare Grenzen als gutes Zeichen werten: Wenn eine Beraterin von sich aus sagt, was sie nicht darf (keine Diagnose, keine Verschreibung), spricht das für sie, nicht dagegen.
- Format wählen: Einzelberatung, Gruppenangebot, offener Stammtisch, online oder vor Ort, je nachdem, was zu dir passt.
Auch MeNotPause-Gründerin Dr. Saskia Appelhoff ist zertifizierte Wechseljahreberaterin. Mehr über ihren Weg liest du auf ihrer Über-uns-Seite.
Häufig gestellte Fragen
Tiefer einsteigen mit MeNotPause
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Steckst du in den Wechseljahren?
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Vertiefendes Wissen
Was sind die Wechseljahre?Ellen Cornely-Peeters im InterviewManuela von Winterfeld im InterviewQuellen & Studien
- 1.Bundesweiter Qualitätsleitfaden für Wechseljahreberatung – Deutscher Verband für Wechseljahreberatung e.V. (DVW). dv-wechseljahreberatung.de
- 2.DVW-Beraterinnen-Verzeichnis – Deutscher Verband für Wechseljahreberatung e.V. (DVW). dv-wechseljahreberatung.de


