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Cover: Das Gras auf unserer Seite von Stefanie de Velasco
MeNotPause empfohlen

Das Gras auf unserer Seite

von Stefanie de Velasco

Ein kluger, witziger Roman über drei Freundinnen in der Lebensmitte, alternative Lebensentwürfe und das Älterwerden zwischen Zyklus und Wechseljahren.

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Stefanie de Velasco erzählt in ihrem Roman „Das Gras auf unserer Seite" von drei eng befreundeten Berlinerinnen Mitte vierzig: Grit, Kessie und Charly. Alle drei haben sich bewusst gegen die klassischen Lebensentwürfe entschieden, gegen Kinderwunsch und gegen die monogame Paarbeziehung als Lebensziel. Das Buch begleitet sie durch einen einzigen turbulenten Monat, und es ist kein Zufall, dass die Kapitel den Phasen des weiblichen Zyklus folgen. Genau in diesem Monat steht jede der Frauen plötzlich vor der Frage, ob ihr Leben auch ganz anders aussehen könnte.

Grit, eine Schriftstellerin, fliegt aus ihrer WG und muss zu ihrem Freund ziehen, findet am Ende aber Zuflucht in einem Schrebergarten. Kessie bringt ihre Mutter in einem Pflegeheim unter und trifft dabei ihre Jugendliebe Nazim wieder. Und Charly, eine erfolglose Schauspielerin, bekommt endlich eine Hauptrolle, ausgerechnet als sie unerwartet schwanger wird. De Velasco springt geschickt zwischen den drei Perspektiven hin und her und lässt die Frauen zusätzlich in ihrem Gruppenchat „Dogville" zu Wort kommen. Das macht den Ton lebendig, vielstimmig und sehr authentisch.

Mir gefällt, wie leicht und humorvoll der Roman erzählt, ohne die ernsten Themen kleinzureden. Es geht um die bewusste Entscheidung gegen Kinder, um alternative Familienmodelle, um das Älterwerden und auch um die Wechseljahre als Lebensphase. Die größte Stärke liegt für mich in der warmen, einfühlsamen Darstellung dieser Frauenfreundschaft. Wenn du in der Lebensmitte stehst und dich fragst, welche Wege dir noch offenstehen, findest du hier viel zum Nachdenken, Schmunzeln und Wiedererkennen.

Für wen ist das?

Für dich, wenn du dich für Geschichten über Frauenfreundschaft, Identität und unkonventionelle Lebenswege in der Lebensmitte begeisterst. Der Roman lädt ein, gesellschaftliche Erwartungen rund um Mutterschaft, Beziehung und Älterwerden in Ruhe zu hinterfragen, und das mit viel Humor und Diskussionspotenzial. Schön für alle, die zwischen Zyklus und Wechseljahren auch literarisch begleitet werden möchten.

Was uns weniger gefällt

Wer ein klassisches Wechseljahre-Sachbuch mit konkreten Tipps zu Symptomen, Hormonen oder Therapie sucht, ist hier nicht richtig: Das ist ein Roman, keine Ratgeberlektüre. Auch die teils zugespitzte Sicht auf Mutterschaft kann irritieren, wenn du dir eine ausgewogenere Darstellung verschiedener Lebensmodelle wünschst.

Fazit

Eine unterhaltsame, warmherzige Lektüre, die Frauenfreundschaft feiert und sanft zum Nachdenken über das eigene Leben in der Mitte einlädt.

Empfehlung von Dr. Saskia Appelhoff. Wir empfehlen nur, was wir wirklich gut finden.

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