Zusammenfassung
Mastodynie ist häufig, aber selten gefährlich. Sie entsteht durch hormonelle Schwankungen und ist in der Perimenopause besonders verbreitet. Wichtig ist, hormonell bedingte Beschwerden von Warnzeichen zu unterscheiden, die eine ärztliche Abklärung erfordern.
Auf einen Blick
- Wie häufig?
- Brustspannen betrifft viele Frauen in der Perimenopause; hormonell bedingt und meist harmlos
- Hauptursache
- Relatives Übergewicht von Östrogen bei sinkendem Progesteron stimuliert das Brustgewebe
- Abklärung
- Bei neuen Knoten, einseitigem Schmerz oder Hautveränderungen sofort zur Ärztin
- Behandlung
- Ätherische Öle, Wärme/Kälte, Bewegung, gut sitzender BH, ggf. HRT
Was ist Mastodynie?
Mastodynie beschreibt hormonell bedingten Brustschmerz. Viele Frauen haben bereits in der zweiten Zyklushälfte oder während der Schwangerschaft Erfahrungen damit gemacht. In den Wechseljahren, einer Phase tiefgreifender hormoneller Umstellungen, können sich diese Beschwerden verändern oder neu auftreten.
Beschwerden wie Mastodynie können sich auf unterschiedliche Weise äußern:
- ✓Ziehender oder stechender Schmerz – Der Schmerz tritt diffus auf und kann sich beidseitig anfühlen oder betont in den äußeren Brustbereichen zeigen.
- ✓Spannungsgefühl bei Berührung – Viele Frauen empfinden, dass Kleidung drückt oder der BH unangenehm eng wirkt, obwohl sich die Brustgröße kaum verändert hat.
- ✓Erhöhte Druckempfindlichkeit bei Berührung – Schon leichte Berührungen an den Brustwarzen oder dem äußeren Brustgewebe können unangenehm oder schmerzhaft sein.
- ✓Milchgang – In einigen Fällen kann Druck auf den Bereich um die Brustwarze ein leichtes Ausfluss-Empfinden verursachen. Dies ist in der Regel harmlos, sollte aber ärztlich eingeordnet werden.
- ✓Bildung kleiner Zysten – Hormonell bedingte Veränderungen im Bindegewebe können dazu führen, dass sich kleine, gutartige Knötchen oder Zysten bilden, die sich bei Berührung bemerkbar machen.
Diese Symptome sind in den meisten Fällen vorübergehend. Erfahre, welche Ursachen dahinterstecken und was du zur Beschwerdelinderung tun kannst.
Wie kommt es dazu?
Bereits in der Prä- bzw. frühen Perimenopause beginnt sich das hormonelle Gleichgewicht zu verschieben. Diese Phase der hormonellen Veränderungen kann für Brustschmerzen in dieser Zeit und die ursächlichsten Voraussetzungen schaffen:
- ✓Absinken des Progesteronspiegels – Progesteron, das in der zweiten Zyklushälfte eine wichtige Rolle spielt, beginnt zuerst abzusinken. Ohne ausreichend Progesteron wird die Wirkung von Östrogen auf das Brustgewebe nicht ausreichend ausgeglichen.
- ✓Relativer Östrogenüberschuss – Diese Dominanz des Östrogens führt dazu, dass das Brustgewebe dazu neigt, Wasser in der Brust einzulagern und ein unangenehmes Spannungsgefühl oder schlimmstenfalls sogar Anschwellungen zu verursachen. Das ist die sogenannte Mastodynie.
- ✓Veränderungen im Bindegewebe – Mit Beginn der Menopause, also mit etwa Vierzig, beginnt sich das Brustgewebe zu verändern. Die Milchdrüsen beginnen sich zurückzubilden, während sich das Bindegewebe und das Fettgewebe verändern. Auch können Zysten entstehen. Diese Hormonveränderungen und anatomischen Prozesse sind individuell unterschiedlich und können vielfältig erlebt werden.
Diese hormonell bedingten Veränderungen sind real und natürlich. Individuelle Unterschiede in der Stärke, Dauer und im Auftreten sind normal. In den meisten Fällen lassen diese Beschwerden nach, sobald das eigene Wohlbefinden sich stabilisiert.
Wann unbedingt zur Ärztin?
Die meisten Brustschmerzen in der Perimenopause sind hormonell bedingt und harmlos. Folgende Zeichen erfordern jedoch eine zeitnahe ärztliche Abklärung:
- ✓Neuer Knoten oder tastbare Verdickung – Jede neue tastbare Veränderung in der Brust muss ärztlich untersucht werden, unabhängig davon, ob Schmerz damit verbunden ist oder nicht.
- ✓Einseitiger, neu aufgetretener Schmerz – Beidseitiges Spannen ist typisch für hormonelle Ursachen. Einseitiger, neuer Schmerz ohne Zykluszusammenhang sollte abgeklärt werden.
- ✓Veränderungen der Brustwarze – Einziehung, Ausfluss oder Formveränderungen der Brustwarze sind Zeichen, die sofort zur Ärztin führen sollten.
- ✓Hautveränderungen – Rötung, Einziehungen, Orangenhaut (Peau d'orange) oder Schwellungen der Brusthaut erfordern eine sofortige Untersuchung.
Das Mammografie-Screening ist in Deutschland für Frauen ab 50 alle zwei Jahre kostenlos. Bitte nimm diese Vorsorge wahr.
Was kann man dagegen tun?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, die Brustschmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Als erstes sollte im Verdachtsfall immer eine ärztliche Abklärung stattfinden, damit alle ernsteren Krankheitsbilder ausgeschlossen werden können:
- Ärztlich begleitete Hormonersatztherapie (HRT): Wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und gleichzeitig zusammen mit Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auftreten, kann eine ärztlich begleitete Hormonersatztherapie in Betracht gezogen werden. Durch die gezielte Gabe von Hormonen können die Hormonschwankungen ausgeglichen und damit auch die Brustschmerzen reduziert werden. Die Hormonersatztherapie (HRT) hat jedoch Einfluss auf die Krebsrisikobeurteilung, insbesondere das Brustkrebsrisiko, weswegen dein individuelles Risikoprofil immer von einer Fachärztin beurteilt werden sollte.
- Sanfte Massagen mit ätherischen Ölen: Durch die Verwendung von ätherischen Ölen wie Lavendel, Kamille oder Johanniskraut beim Massieren des Brustbereichs kann die Durchblutung gefördert werden und so das Spannungsgefühl in der Brust gelindert werden. Besonders sanfte Massagebewegungen sind dabei empfehlenswert, um eine sanftere Wirkung zu erzielen.
- Körperliche Aktivität: Regelmäßige, moderate Bewegung kann helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder zügiges Gehen.
- Wärme oder Kälte: Je nach individuellem Empfinden können warme Umschläge oder eine Wärmflasche das Gewebe entspannen und den Schmerz lindern. Kühle Kompressen helfen bei Schwellungen und Spannungsgefühl.
Diese Maßnahmen können gemeinsam helfen, die Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.
Häufig gestellte Fragen
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Weitere häufige Wechseljahressymptome
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- 1.Cyclical mastalgia: prevalence and impact in an outpatient breast clinic sample – Ader DN, Browne MW. Journal of the American College of Surgeons, 1997
- 2.Evidence-based management of mastalgia: a meta-analysis of randomised trials – Srivastava A et al.. The Breast, 2007
- 3.Evening primrose oil and fish oil for severe chronic mastalgia: a randomized, double-blind, controlled trial – Blommers J et al.. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 2002
- 4.Drug treatments for mastalgia: 17 years experience in the Cardiff Mastalgia Clinic – Gateley CA et al.. Journal of the Royal Society of Medicine, 1992
- 5.Evaluation and management of breast pain – Smith RL et al.. Mayo Clinic Proceedings, 2004
