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Brustschmerzen als Symptom der Wechseljahre
Symptome · Brust

Brustschmerzen in den Wechseljahren
Mastodynie: Ursachen, hormonelle Hintergründe & was hilft

Hormonal bedingte Brustschmerzen (Mastodynie) zählen zu den häufigsten, aber oft unterschätzten Symptomen der Wechseljahre. Viele Frauen erleben erstmals Schmerzen oder Spannungsgefühle in der Brust, wenn sich das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron verschiebt. Progesteron fällt in der Perimenopause früher und stärker ab als Östrogen. Dieses relative Östrogenübergewicht stimuliert das Brustgewebe und kann Spannungsgefühle, Druckempfindlichkeit und strukturelle Veränderungen im Brustgewebe auslösen. Obwohl Mastodynie meist vorübergehend ist, können die Symptome das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Dr. Saskia Appelhoff, Gründerin menotpause.com, erklärt die Ursachen und zeigt, was wirklich einen Unterschied macht.

SA
Dr. Saskia Appelhoff
· Aktualisiert Juni 2026· 7 Minuten Lesezeit

Zusammenfassung

Mastodynie ist häufig, aber selten gefährlich. Sie entsteht durch hormonelle Schwankungen und ist in der Perimenopause besonders verbreitet. Wichtig ist, hormonell bedingte Beschwerden von Warnzeichen zu unterscheiden, die eine ärztliche Abklärung erfordern.

Auf einen Blick

Wie häufig?
Brustspannen betrifft viele Frauen in der Perimenopause; hormonell bedingt und meist harmlos
Hauptursache
Relatives Übergewicht von Östrogen bei sinkendem Progesteron stimuliert das Brustgewebe
Abklärung
Bei neuen Knoten, einseitigem Schmerz oder Hautveränderungen sofort zur Ärztin
Behandlung
Ätherische Öle, Wärme/Kälte, Bewegung, gut sitzender BH, ggf. HRT

Was ist Mastodynie?

Mastodynie beschreibt hormonell bedingten Brustschmerz. Viele Frauen haben bereits in der zweiten Zyklushälfte oder während der Schwangerschaft Erfahrungen damit gemacht. In den Wechseljahren, einer Phase tiefgreifender hormoneller Umstellungen, können sich diese Beschwerden verändern oder neu auftreten.

Beschwerden wie Mastodynie können sich auf unterschiedliche Weise äußern:

  • Ziehender oder stechender SchmerzDer Schmerz tritt diffus auf und kann sich beidseitig anfühlen oder betont in den äußeren Brustbereichen zeigen.
  • Spannungsgefühl bei BerührungViele Frauen empfinden, dass Kleidung drückt oder der BH unangenehm eng wirkt, obwohl sich die Brustgröße kaum verändert hat.
  • Erhöhte Druckempfindlichkeit bei BerührungSchon leichte Berührungen an den Brustwarzen oder dem äußeren Brustgewebe können unangenehm oder schmerzhaft sein.
  • MilchgangIn einigen Fällen kann Druck auf den Bereich um die Brustwarze ein leichtes Ausfluss-Empfinden verursachen. Dies ist in der Regel harmlos, sollte aber ärztlich eingeordnet werden.
  • Bildung kleiner ZystenHormonell bedingte Veränderungen im Bindegewebe können dazu führen, dass sich kleine, gutartige Knötchen oder Zysten bilden, die sich bei Berührung bemerkbar machen.

Diese Symptome sind in den meisten Fällen vorübergehend. Erfahre, welche Ursachen dahinterstecken und was du zur Beschwerdelinderung tun kannst.

Wie kommt es dazu?

Bereits in der Prä- bzw. frühen Perimenopause beginnt sich das hormonelle Gleichgewicht zu verschieben. Diese Phase der hormonellen Veränderungen kann für Brustschmerzen in dieser Zeit und die ursächlichsten Voraussetzungen schaffen:

  • Absinken des ProgesteronspiegelsProgesteron, das in der zweiten Zyklushälfte eine wichtige Rolle spielt, beginnt zuerst abzusinken. Ohne ausreichend Progesteron wird die Wirkung von Östrogen auf das Brustgewebe nicht ausreichend ausgeglichen.
  • Relativer ÖstrogenüberschussDiese Dominanz des Östrogens führt dazu, dass das Brustgewebe dazu neigt, Wasser in der Brust einzulagern und ein unangenehmes Spannungsgefühl oder schlimmstenfalls sogar Anschwellungen zu verursachen. Das ist die sogenannte Mastodynie.
  • Veränderungen im BindegewebeMit Beginn der Menopause, also mit etwa Vierzig, beginnt sich das Brustgewebe zu verändern. Die Milchdrüsen beginnen sich zurückzubilden, während sich das Bindegewebe und das Fettgewebe verändern. Auch können Zysten entstehen. Diese Hormonveränderungen und anatomischen Prozesse sind individuell unterschiedlich und können vielfältig erlebt werden.

Diese hormonell bedingten Veränderungen sind real und natürlich. Individuelle Unterschiede in der Stärke, Dauer und im Auftreten sind normal. In den meisten Fällen lassen diese Beschwerden nach, sobald das eigene Wohlbefinden sich stabilisiert.

Wann unbedingt zur Ärztin?

Die meisten Brustschmerzen in der Perimenopause sind hormonell bedingt und harmlos. Folgende Zeichen erfordern jedoch eine zeitnahe ärztliche Abklärung:

  • Neuer Knoten oder tastbare VerdickungJede neue tastbare Veränderung in der Brust muss ärztlich untersucht werden, unabhängig davon, ob Schmerz damit verbunden ist oder nicht.
  • Einseitiger, neu aufgetretener SchmerzBeidseitiges Spannen ist typisch für hormonelle Ursachen. Einseitiger, neuer Schmerz ohne Zykluszusammenhang sollte abgeklärt werden.
  • Veränderungen der BrustwarzeEinziehung, Ausfluss oder Formveränderungen der Brustwarze sind Zeichen, die sofort zur Ärztin führen sollten.
  • HautveränderungenRötung, Einziehungen, Orangenhaut (Peau d'orange) oder Schwellungen der Brusthaut erfordern eine sofortige Untersuchung.

Das Mammografie-Screening ist in Deutschland für Frauen ab 50 alle zwei Jahre kostenlos. Bitte nimm diese Vorsorge wahr.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, die Brustschmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Als erstes sollte im Verdachtsfall immer eine ärztliche Abklärung stattfinden, damit alle ernsteren Krankheitsbilder ausgeschlossen werden können:

  • Ärztlich begleitete Hormonersatztherapie (HRT): Wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und gleichzeitig zusammen mit Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auftreten, kann eine ärztlich begleitete Hormonersatztherapie in Betracht gezogen werden. Durch die gezielte Gabe von Hormonen können die Hormonschwankungen ausgeglichen und damit auch die Brustschmerzen reduziert werden. Die Hormonersatztherapie (HRT) hat jedoch Einfluss auf die Krebsrisikobeurteilung, insbesondere das Brustkrebsrisiko, weswegen dein individuelles Risikoprofil immer von einer Fachärztin beurteilt werden sollte.
  • Sanfte Massagen mit ätherischen Ölen: Durch die Verwendung von ätherischen Ölen wie Lavendel, Kamille oder Johanniskraut beim Massieren des Brustbereichs kann die Durchblutung gefördert werden und so das Spannungsgefühl in der Brust gelindert werden. Besonders sanfte Massagebewegungen sind dabei empfehlenswert, um eine sanftere Wirkung zu erzielen.
  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige, moderate Bewegung kann helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder zügiges Gehen.
  • Wärme oder Kälte: Je nach individuellem Empfinden können warme Umschläge oder eine Wärmflasche das Gewebe entspannen und den Schmerz lindern. Kühle Kompressen helfen bei Schwellungen und Spannungsgefühl.

Diese Maßnahmen können gemeinsam helfen, die Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Mehr zur Hormontherapie – Nutzen & Risiken →

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Quellen & Studien

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