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Blog-Artikel

Brustschmerzen

Veröffentlicht von Saskia Appelhoff im Januar 2025 in Symptome

Artikelbild Brustschmerzen
Hormonell bedingte Brustschmerzen (Mastodynie) zählen zu den häufigsten, aber oft unterschätzten Symptomen der Wechseljahre. Viele Frauen erleben erstmals Schmerzen oder Spannungsgefühle in der Brust, wenn sich das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron verändert. Diese Beschwerden äußern sich nicht selten in ziehenden oder stechenden Schmerzen, einem Spannungsgefühl sowie einer erhöhten Empfindlichkeit bei Berührungen – bis hin zur Bildung harmloser, aber beunruhigender Knoten. Ursache ist eine vorübergehende Östrogendominanz, die durch absinkendes Progesteron entsteht, sowie strukturelle Umbauprozesse im Brustgewebe. Obwohl Mastodynie meist vorübergehend ist, können die Symptome das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen.

Was ist Mastodynie?

Viele Frauen haben bereits in der zweiten Zyklushälfte oder während der Schwangerschaft Erfahrung mit Brustschmerzen gemacht. Kein Wunder – die weibliche Brust ist empfindlich und reagiert stark auf hormonelle Veränderungen. Auch in den Wechseljahren, einer Phase tiefgreifender hormoneller Umstellungen, können sich unangenehme Brustbeschwerden bemerkbar machen.

Brustschmerzen, auch als Mastodynie bekannt, können sich auf unterschiedliche Weise äußern:

  • Ziehender oder stechender Schmerz, der plötzlich oder anhaltend auftreten kann
  • Spannungsgefühl, als wären die Brüste besonders prall oder belastet
  • Schwellungsgefühl oder tatsächliche Schwellung, was das Tragen von BHs oder enger Kleidung unangenehm machen kann
  • Erhöhte Empfindlichkeit bei Berührung, insbesondere an den Brustwarzen – selbst leichte Berührungen durch Kleidung können schmerzhaft sein
  • Hitzegefühl, das sich in der Brust ausbreiten kann
  • Bildung kleiner Knoten, die meist hormonell bedingt sind und in der Regel harmlos bleiben

Diese Symptome können belastend sein, sind aber in den meisten Fällen vorübergehend. Erfahre, welche Ursachen dahinterstecken und was du tun kannst, um deine Beschwerden zu lindern.

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Wie kommt es dazu?

Bereits in der Prä- bzw. frühen Perimenopause beginnt sich das hormonelle Gleichgewicht zu verschieben. Diese Phase der Wechseljahre bringt erste spürbare Veränderungen mit sich, die sich auch auf die Brust auswirken können. Die Hauptursachen für Brustschmerzen in dieser Zeit sind die schwankenden Hormonspiegel:

  • Absinken des Progesteronspiegels: Progesteron, das in der zweiten Zyklushälfte eine wichtige Rolle spielt, beginnt allmählich zu sinken. Da Östrogen zunächst noch stabil bleibt, entsteht ein Ungleichgewicht – eine sogenannte Östrogendominanz.
  • Relativer Östrogenüberschuss: Diese Östrogendominanz kann dazu führen, dass sich vermehrt Wasser in der Brust einlagert, was wiederum zu einem unangenehmen Spannungsgefühl oder sichtbarem Anschwellen führt.
  • Progesteronmangel und seine Folgen: Der Rückgang von Progesteron kann zudem Schmerzen, Verhärtungen und ein Hitzegefühl in der Brust verursachen, da Progesteron entzündungshemmend wirkt und eine ausgleichende Funktion hat.
  • Veränderungen im Brustgewebe: Mit der Zeit beginnen die Milchdrüsen, sich zurückzubilden, während sich das Bindegewebe verstärkt. Diese Umstrukturierung kann zur Entstehung von kleinen Knötchen oder Zysten führen. Auch wenn diese in den meisten Fällen gutartig sind, lösen sie bei vielen Frauen Besorgnis aus.

Diese hormonell bedingten Veränderungen sind ein natürlicher Prozess, der individuell unterschiedlich verlaufen kann. Doch es gibt Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und das eigene Wohlbefinden zu unterstützen.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Brustschmerzen in den Wechseljahren zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Welche Methode am besten hilft, ist individuell verschieden – oft kann eine Kombination aus mehreren Ansätzen besonders wirksam sein:

  • Hormonersatztherapie (HRT): Wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und zusätzlich weitere Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auftreten, kann eine ärztlich begleitete Hormonersatztherapie in Betracht gezogen werden. Durch die gezielte Gabe von Hormonen können die hormonellen Schwankungen ausgeglichen und damit auch Brustschmerzen reduziert werden.
  • Mönchspfeffer als natürliche Unterstützung: Dieses pflanzliche Heilmittel kann helfen, ein hormonelles Ungleichgewicht – insbesondere einen Progesteronmangel – sanft auszugleichen. Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) reguliert die Produktion von Hormonen und kann dadurch dazu beitragen, Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust zu lindern.
  • Sanfte Massagen mit ätherischen Ölen: Eine leichte, kreisende Massage der Brust kann helfen, Spannungen zu lösen und den Lymphfluss zu unterstützen. Besonders wohltuend sind ätherische Öle wie Lavendel, Kamille oder Johanniskraut, die beruhigend und entzündungshemmend wirken. Am besten wird das Öl mit einem sanften Trägeröl (z. B. Mandel- oder Jojobaöl) vermischt und in kleinen, kreisenden Bewegungen aufgetragen.
  • Warme oder kalte Umschläge: Je nach individuellem Empfinden können Wärme oder Kälte die Beschwerden lindern. Warme Umschläge oder eine Wärmflasche entspannen das Gewebe und fördern die Durchblutung, während kühle Kompressen oder Kühlpads helfen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren.

Diese Maßnahmen können dazu beitragen, die Beschwerden sanft zu lindern und das eigene Wohlbefinden in den Wechseljahren zu verbessern.

Zusammenfassung:

Hormonell bedingte Brustschmerzen (Mastodynie) zählen zu den häufigsten, aber wenig bekannten Symptomen der Wechseljahre. Dabei reagieren Brustgewebe und Milchdrüsen auf das sinkende Progesteron im Verhältnis zu Östrogen, was zu Wassereinlagerungen, Spannungsgefühlen, Schwellungen, stechenden Schmerzen oder erhöhter Berührungsempfindlichkeit führen kann. Zugleich verändert sich das Bindegewebe, und gutartige Knötchen oder Zysten entstehen. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend, lassen sich aber durch eine individuell abgestimmte Hormonersatztherapie lindern. Natürliche Alternativen wie Mönchspfeffer können das Gleichgewicht von Progesteron und Östrogen unterstützen, während sanfte Massagen mit ätherischen Ölen oder warme beziehungsweise kalte Umschläge dazu beitragen, Spannungen zu lösen und Entzündungen zu verringern. Entscheidend ist, das hormonelle Ungleichgewicht zu erkennen und gezielt gegenzusteuern, um das Wohlbefinden zu steigern.